„Frei sein!“ – Stimmen, Gedanken und Mut beim Rezitationswettbewerb 2026
Was bedeutet es eigentlich, frei zu sein? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen Rezitationswettbewerbs und erwies sich als ebenso persönlich wie vielschichtig.
Unter dem Leitmotiv „frei sein“ lud der Rezitationswettbewerb am 3. März 2026 im Heizhaus Schülerinnen und Schüler dazu ein, einem der grundlegendsten Wünsche des Menschen sprachlich nachzugehen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten, dass Freiheit kein fest umrissener Begriff ist, sondern ein vielstimmiges Zusammenspiel aus Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen.
Besonders beeindruckend war die Auseinandersetzung mit dem Thema. Freiheit wurde nicht nur gefeiert, sondern auch hinterfragt: Wo beginnt sie und wo endet sie? Ist sie ein Gefühl oder ein Ziel? Die vorgetragenen Texte spannten einen weiten Bogen: von klassischen Gedichten über die moderne Lyrik bis hin zu selbst verfassten Texten. Freiheit erschien mal als Aufbruch, mal als innerer Zustand oder etwas Fragiles, das verteidigt werden muss. Einige Rezitationen beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Grenzen und Erwartungen, andere mit dem Mut, die eigene Stimme zu finden.
Die Rezitatorinnen und Rezitatoren zeigten nicht nur sprachliches Können, sondern auch ein feines Gespür für Inhalt und dessen Wirkung. Ob nachdenklich, kraftvoll oder provokant – immer mit großer Ausdrucksstärke.
Die Leistungen wurden entsprechend mit guten bis ausgezeichneten Prädikaten gewürdigt.
Hier finden Sie die Ergebnisse sowie Platzierungen.
Es wurde deutlich, wie unterschiedlich Freiheit empfunden werden kann. Für manche bedeutet sie Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, für andere das Loslassen von Erwartungen, das Überwinden von Grenzen oder das Recht, die eigene Meinung zu äußern. Gerade diese Vielfalt machte den Wettbewerb so lebendig und regte sowohl Publikum als auch Jury zu weiterführenden Gesprächen an.
Am Ende blieb keine eindeutige Definition von Freiheit und vielmehr eine Erkenntnis zurück: Freiheit lässt sich nicht festlegen, sondern immer wieder neu erzählen. Statt fertiger Antworten bietet sie Raum für Gedanken, Emotionen und neue Perspektiven. Der Rezitationswettbewerb bot dafür eine Bühne – und machte deutlich, wie kraftvoll Sprache sein kann, wenn sie genutzt wird, um Gedanken zu teilen.
Gwendolin Gäbler
